Rheinlandpokal

Eindeutig ein Traumlos bescherte der diesjährige Rheinlandpokal unserer Mannschaft.

 

Die Erste vom 1. FFC Montabaur in Kamp-Bornhofen ! Vergleichbar, als würde ein A-Ligist des Rhein-Lahn-Kreises z.B. gegen 1860 München antreten. Also ein Highlight für jede unserer Kickerinnen.

 

So einen Gegner bekommt man üblicherweise erst im Endspiel und dann auch nur als Zuschauer zu Gesicht. Der 1. FFC Montabaur ist der erste reine Mädchen- und Frauenfussballverein im Rheinland. Die "Erste" spielt seit Jahren in der Regionalliga Südwest und kratzte in der vergangenen Saison an der Tür zur 2. Bundesliga.

 

Sie wird am Spieltag, gespickt mit Auswahlspielerinnen, bei uns in Kamp auflaufen. Das Endergebnis des Spieles wird hierbei für unser Team zweitrangig sein. Die einzige Frage: Läßt sich unsere Mannschaft, wie im Rheinlandpokal 2010/2011 gegen den Rheinlandligisten VfR Niederfell wieder ohne Gegenwehr abschlachten oder kämpft sie diesmal "um ihr Leben". 

 

Das Auftreten der Gästemannschaft (und uns) dürfte vielleicht auch einige Neugierige anlocken, die einen gepflegten Damenfußball nur aus dem Fernsehen kennen und vielleicht erstmals bei der diesjährigen WM bestaunen konnten.

Yvette belohnte die Leistung des ganzen Teams mit dem 1:2-Anschlusstreffer

    

Donnerstag, 1. September 2011

 

FSG Osterspai - 1. FFC Montabaur                                    1 : 13   (1 : 4)

 

Unser heutiger Gegner: Spielerinnen, die sich teilweise seit ihrem 7. Lebensjahr dem Fußball verschrieben haben. Vizemeister der Regionalliga Südwest in der Saison 2010/2011. Bis zu sechs Mal Training pro Woche in der Vorbereitung, seit drei Wochen (Saisonbeginn) drei Mal pro Woche – 90 % Trainingsbeteiligung  - der 1. FFC Montabaur -

 

Und wer stand dieser tollen Truppe gegenüber? Mädchen und Frauen unserer FSG, die teilweise erst seit 2 Jahren dem runden Leder ihre Aufmerksamkeit schenken, zwei Spielerinnen, die in der Startelf standen und zusammen nicht einmal auf fünf Trainingseinheiten in der Vorbereitung kommen.  Nach den Vorgaben also ein hoffnungsloses Unterfangen. Aus diesem Grund wurde vor dem Spiel eine eindeutige Taktik und Marschroute, abgestellt auf jede einzelne Spielerin, vorgegeben. Die Mannschaft sollte stabil in der Abwehr stehen, die Räume der Angreifer äußerst eng machen, Fernschüsse unterbinden und dennoch durch zwei Stürmerinnen auf Konterchancen lauern.

 

Nur nicht, wie im vergangenen Jahr gegen den VfR Niederfell, wieder schnell und unaufholbar in Rückstand geraten. Präsent und von der ersten Minute an hellwach sein, lautete die Devise.

Aber das Umdenken, statt eines Bezirksklassen- bzw. Bezirksligateams eine wesentlich höherklassige Mannschaft sein Gegenüber zu nennen, fiel schwer. Rasant lief der Ball in den Reihen des Gastes und wir standen in den Anfangsminuten noch zu weit weg vom Gegner. Die Folge: Eine schnelle 2:0-Führung des Westerwaldteams durch Treffer in der 6. und 11. Spielminute.

 

Doch dann, etwas, aber nicht zu spät, hatten wir uns auf den Gegner eingestellt. Sichtlich von der Kampf- und Laufbereitschaft unserer Truppe überrascht, wurde das Spiel des 1. FFC ungenau und überhastet. Wir konnten uns das ein oder andere Mal der Umklammerung entziehen und starteten Gegenangriffe.  Einen dieser blitzschnell vorgetragenen Konter schloss Yvette in der 23. Minute mit einem wunderschönen Treffer zum vielumjubelten Anschlusstreffer ab.

 

Das Spiel war kurze Zeit offen. Doch dann schlug der Favorit in der 30. und 34. Minute noch einmal zu und wurde seiner Favoritenstellung endgültig gerecht. Dennoch: Ein 1:4 zur Halbzeit war für uns alle ein Klasse-Resultat. Spieler, Trainer  und Zuschauer waren begeistert vom Kampf und Spiel unseres Teams. Die Aussage einer Gästespielerin auf dem Weg zur Kabine: „Auf die Halbzeitansprache unseres Trainers habe ich jetzt wirklich keine Lust“ dürfte aussagen, welche Probleme das Team vom Rhein den Westerwälderinnen in der ersten Halbzeit bereitete.

 

Die zweite Halbzeit ist schnell erzählt. Aufgrund der aus Verletzungs- und Urlaubsgründen mangelnden Vorbereitung fehlte unserer Mannschaft jetzt die Kondition und damit die nötige Konzentration, einen solchen Gegner in Schach zu halten und weiterhin empfindlich zu stören.

Einigen von uns merkte man die Strapazen der ersten 45 Minuten deutlich an – ihre Mitspielerinnen konnten die sich auftuenden Räume jetzt nicht mehr schließen. Montabaur brachte drei frische Spielerinnen, die noch einmal zusätzlich Druck auf unser Tor aufbauten. Vor allem unsere Schwäche bei Standardsituationen nutzte die Gästeelf jetzt schonungslos aus.

 

Unser Ziel zur Halbzeit, unter einem zweistelligen Ergebnis zu bleiben und eventuell noch einen Treffer zu landen, konnte die Mannschaft leider nicht verwirklichen. Am Ende hieß es dann 1:13. Hier noch einmal ein Denkanstoß an unsere Stammkräfte (bitte auf keinen Fall als Vorwurf verstehen): Zu was ist unser Team imstande, wenn alle auf dem gleichen konditionellen Level wären?